Baumkunde für Kinder: Bäume, Blätter & Geschichten
Kinder sind von Natur aus neugierig und lernen am besten durch Spiel und eigene Entdeckungen. Gerade draußen in der Natur können sie mit allen Sinnen lernen – sie rennen, klettern, sammeln Blätter und beobachten Tiere.
Spielerisches Lernen in Wald und Garten fördert Bewegung, Fantasie und sogar das soziale Miteinander. Ganz nebenbei erwerben Kinder Naturwissen und schulen Motorik, Wahrnehmung, Sprache und Sozialverhalten.
In diesem Artikel geht es um Baumkunde für Kinder: Wir stellen heimische Bäume vor, entdecken was man aus Holz lernen kann, und geben Ideen für kreative Natur-Basteleien, Spiele und Geschichten rund um Bäume.
Heimische Bäume entdecken (Laub- und Nadelbäume)
Schon beim Spaziergang durch Park oder Wald lässt sich viel lernen.
Es gibt Laubbäume (mit Blättern) und Nadelbäume (mit immergrünen Nadeln).
Laubbäume wie Eiche oder Ahorn werfen im Herbst ihre Blätter ab, die sich vorher bunt verfärben.
Nadelbäume wie Tannen behalten im Winter ihr Nadelkleid – bis auf wenige Ausnahmen wie die Lärche, die als einziger heimischer Nadelbaum im Herbst ebenfalls die Nadeln verliert.
Im Folgenden lernen wir ein paar bekannte heimische Baumarten kennen. Vielleicht könnt ihr diese Bäume beim nächsten Waldspaziergang gemeinsam mit euren Kindern wiedererkennen!
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Ahorn: Ahornbäume erkennt man leicht an ihren markanten Blättern mit fünf großen „Zacken“ bzw. Lappen. Im Herbst leuchten Ahornblätter in wunderschönen Gelb-, Orange- und Rottönen.

Besonders spannend sind die Ahornfrüchte: Jedes Ahorn-Samenpaar hat zwei Flügel – wirft man sie in die Luft, drehen sie sich wie kleine Hubschrauber propellernd zu Boden. Das macht Kindern großen Spaß beim Blätter-Sammeln! -
Eiche: Eichen sind mächtige, sehr robuste Bäume und können Hunderte von Jahren alt werden. Ihre Blätter haben eine unverwechselbare Form mit welligen, rundgelappten Rändern – man kann sie gut von anderen Blättern unterscheiden.

Die Früchte der Eiche heißen Eicheln. Das sind braune Nüsse mit einem kleinen „Hütchen“ oben drauf. Im Herbst fallen die reifen Eicheln aus ihren Hütchen auf den Boden. Kinder kennen Eicheln vielleicht, weil Eichhörnchen und Wildschweine sie gerne sammeln und fressen. Aus Eicheln und etwas Bastelmaterial lassen sich auch lustige Eichel-Männchen basteln! -
Kastanie: Hier ist Unterscheidung gefragt, denn es gibt Esskastanien (Edelkastanien) und Rosskastanien. In Parks und an Straßen wächst meist die Rosskastanie, deren Früchte zwar nicht essbar, aber zum Basteln beliebt sind. Kastanienbäume erkennt man an den großen Blättern, die wie eine Hand gespreizt sind – jedes Kastanienblatt besteht aus fünf (manchmal sieben) „Finger“-Teilblättern mit gezacktem Rand.

Im Herbst trägt der Baum stachelige grüne Kugeln: Darin steckt die braune Kastanien-Nuss. Wenn die stachelige Schale zu Boden fällt und aufplatzt, kommt die glänzende braune Kastanie zum Vorschein. Kastaniensammeln im Herbst macht Kindern besonders viel Spaß. Aus Kastanien und Zahnstochern oder Streichhölzern kann man kleine Kastanientiere und Figuren basteln. -
Linde: Die Linde ist ein sehr verbreiteter Baum in unseren Städten und Dörfern – kein Wunder, sie gilt als „Baum des Herzens“. Ihre Blätter haben nämlich eine fast herzförmige Form und einen gesägten Rand. Im frühen Sommer, meist im Juni, blühen Lindenbäume und duften süß. Dann summt der Baum förmlich, denn die Linde ist eine wichtige Bienenweide: Tausende Blüten locken Bienen an, die daraus Lindenblütenhonig machen. Früher war die Dorflinde oft Treffpunkt für Feste und Versammlungen – unter ihrem dichten Blätterdach spendete sie Schatten und galt als friedlicher Versammlungsort.

Nach der Blüte bildet die Linde kleine kugelige Früchte mit einem hellen Flügelblatt daran, mit dem sie vom Wind weit fortgetragen werden. -
Pappel: Pappeln sind sehr hohe, schlanke Bäume, die man oft an Flussufern oder auf freien Flächen findet. Ihre Blätter sind dreieckig geformt und an den Rändern nur leicht gezahnt. Interessant ist, dass die Unterseite der Pappelblätter viel heller ist – wenn der Wind weht, flattern die Blätter und man sieht das Unterseiten-Silbern aufblitzen. Pappeln wachsen schnell und bilden im Frühjahr lange Blütenkätzchen.

Später im Sommer entwickeln sich daraus kapselartige Früchte, die aufplatzen und weiße, watteartige Samenwolle freisetzen. An warmen Pappeltagen kann es aussehen, als schneie es im Sommer, wenn der Pappelflaum durch die Luft fliegt! Diese flauschigen Fasern helfen den Samen, mit dem Wind weit zu reisen – und machen Kindern sicher Eindruck, wenn „Pappel-Schnee“ durch den Park tanzt. -
Weide: Weiden mögen es feucht – man findet sie daher oft in der Nähe von Bächen, Flüssen oder Teichen. Eine bekannte Art ist die Trauerweide, mit langen, dünnen Zweigen, die anmutig bis zum Boden herabhängen. Weidenzweige sind unglaublich biegsam und wurden traditionell zum Korbflechten verwendet. Genau wegen dieser flexiblen Äste erkennt man Weiden gut: Sie „weinen“ mit hängenden Zweigen bis zum Boden.

Die Blätter der Weide sind lang und schmal, oben grün und unten oft leicht behaart. Im Frühjahr sieht man an manchen Weiden flauschige, graue Weidenkätzchen (Palmkätzchen), die ein wichtiger Nektarspender für Bienen im zeitigen Frühjahr sind. Im Herbst färben sich Weidenblätter leuchtend gelb, bevor sie abfallen – ein wunderschöner Anblick am Wasser! -
Kiefer: Die Kiefer ist robust und wächst oft auf sandigen, trockenen Böden. Ihr Holz ist leicht, harzhaltig und gut für einfache Bastelarbeiten geeignet. Die langen, paarweise angeordneten Nadeln und die festen, ovalen Zapfen machen sie auch für Naturentdeckungen interessant.

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Tanne: Die Tanne ist leicht an ihren weichen, flachen Nadeln und den aufrecht stehenden Zapfen zu erkennen. Ihr Holz ist harzarm und gut zu bearbeiten. Die Zapfen fallen nicht im Ganzen zu Boden, sondern zerfallen am Baum – ein spannender Unterschied zur Fichte.

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Lärche: Als einziger heimischer Nadelbaum wirft die Lärche im Herbst ihre Nadeln ab. Vorher leuchten sie goldgelb – ein echter Hingucker. Ihre kleinen, rundlichen Zapfen bleiben oft über Jahre am Baum und öffnen sich erst langsam, um die Samen freizugeben.

Natürlich gibt es noch viel mehr Bäume zu entdecken. Je mehr Bäume Kinder kennenlernen, desto vertrauter fühlen sie sich im Wald. Ermuntere dein Kind doch, seinen Lieblingsbaum auszuwählen, zu beobachten und vielleicht sogar zu zeichnen. So wird jedes Natur-Abenteuer zu einer kleinen Baumkunde-Lektion.
Holz verstehen: Was Jahresringe, Maserung & Co verraten
Bäume sind nicht nur von außen spannend – auch im Inneren des Stammes steckt eine Geschichte! Wenn ein Baum gefällt oder ein Ast abgeschnitten wird, kann man am Querschnitt einiges ablesen. Sogenanntes Schnittholz (also gesägtes Holz) zeigt verschiedene Merkmale wie Jahresringe, Holzmaserung oder Aststellen. Diese sagen viel über das Alter und die Eigenschaften des Baumes aus.
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Jahresringe zählen: Schaut man auf den Baumstumpf oder eine Holzscheibe, sieht man konzentrische Ringe. Das sind die Jahresringe, die durch das jährliche Wachstum entstehen. Pro Jahr bildet ein Baum einen helleren und einen dunkleren Ring im Holz. Zählt man alle Ringe, erfährt man das Alter des Baumes – eine Baumscheibe ist also wie ein natürliches Geschichtsbuch. Außerdem verraten die Abstände der Jahresringe, wie schnell der Baum gewachsen ist: Breite Ringe bedeuten, der Baum hatte in dem Jahr genug Licht und Wasser und ist kräftig gewachsen. Schmale, dichte Ringe zeigen eher langsames Wachstum an. Interessant: Schnell wachsende Bäume (mit weit auseinander liegenden Ringen) liefern oft leichteres, weicheres Holz, während langsam gewachsene Bäume mit engen Ringen sehr hartes und stabiles Holz ergeben.

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Holzdichte & Gewicht: Verschiedene Holzarten fühlen sich unterschiedlich schwer an. Das hängt mit der Dichte des Holzes zusammen. Eichenholz zum Beispiel ist sehr dicht und deshalb schwer – ein kleines Stück Eiche fühlt sich viel schwerer an als das gleiche Stück von einer Pappel oder Linde. Linde und Pappel zählen zu den Weichhölzern und sind tatsächlich leichter und weicher (lassen sich leichter schnitzen oder sägen), während Eiche ein Hartholz ist und sehr robust sowie witterungsfest[20]. Diese Unterschiede kann man Kindern zeigen, indem man sie zwei Holzstücke heben lässt – eines aus Eiche, eines aus z.B. Kiefer – der Gewichtsunterschied ist spürbar!
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Maserung (Holzmaserung): Jedes Stück Holz hat ein einzigartiges Muster, die sogenannte Maserung. Sie entsteht durch die Fasern im Holz und die wechselnden Jahreszeiten beim Wachstum. Manche Maserungen verlaufen wellig oder in kreisförmigen Linien – das kann aussehen wie kleine Wellen oder Schnörkel im Brett. Andere Holzarten haben eher gerade, gleichmäßige Maserungen. Diese Muster sind nicht nur schön anzusehen, sie helfen auch zu erkennen, von welcher Baumart ein Holz stammt. Tischler und Künstler schätzen besondere Maserungen, weil sie Möbel oder Schnitzereien einzigartig machen. Kinder können Maserungen entdecken, indem sie z.B. frische Astabschnitte anschauen oder mit etwas Schleifpapier ein Stück Holz glatt schleifen – plötzlich treten die Jahresringe und Fasern als Muster hervor.
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Astlöcher und „Augen“ im Holz: Oft sieht man in Brettern oder Baumstämmen runde oder ovale Stellen, die dunkler und fester sind – das sind ehemalige Äste des Baums, also dort, wo mal ein Ast aus dem Stamm gewachsen ist. Man nennt sie Astknoten oder umgangssprachlich Astlöcher (wenn der Ast herausgefallen ist, bleibt ein Loch). Diese Stellen erzählen die Lebensgeschichte des Baumes: Jeder Astknoten zeigt, wo ein Zweig wuchs, der vielleicht vom Wind abgebrochen oder vom Baum abgestoßen wurde. In Möbeln aus Holz geben solche „Augen“ dem Möbelstück Charakter, können aber auch die Bearbeitung erschweren (dort ist das Holz sehr hart). Für Kinder sind Astlöcher spannend, weil man sich vorstellen kann, was dieser Baum wohl alles erlebt hat – jeder Ast war ein Teil von ihm. Auf Spaziergängen kann man gemeinsam Astknubbel an Baumrinden suchen oder die Jahresringe um ein Astloch zählen (daran sieht man, in welchem Baumalter der Ast gewachsen ist).
👉 Tipp: Nehmt euch bei Gelegenheit ein Stück Brennholz oder eine Baumscheibe und schaut sie euch gemeinsam an. Erkennt ihr die Jahresringe? Vielleicht könnt ihr sogar mit dem Finger die Maserung fühlen oder herausfinden, wo ein Ast war. So wird Holzkunde zum kleinen Experiment – und schärft den Blick der Kinder für die Details der Natur.
Bastelideen mit Holz und Naturmaterialien
Basteln mit Materialien aus der Natur verbindet Kreativität mit dem Entdecken der Umwelt. Hier sind einige kreative Bastelideen rund um Bäume, Blätter und Holz, die sich besonders für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter eignen:
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Blätterdruck und Laubkunst: Beim nächsten Waldspaziergang einfach schöne Blätter sammeln! Zu Hause kann man die Blätter mit Wasserfarben oder Fingerfarben bepinseln und dann auf Papier drucken – so entstehen bunte Blätterdrucke als Kunstwerk. Alternativ legt man ein Blatt unter ein Papier und reibt mit einem Buntstift darüber: Der Umriss und die Blattadern erscheinen wie durch Zauberei als Abdruck auf dem Papier (das ist ein Frottage-Bild). Kinder lernen so spielerisch die unterschiedlichen Blattformen kennen und trainieren ihre Beobachtungsgabe.
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Kastanien- und Eicheltiere: Im Herbst gibt es fast nichts Schöneres, als mit Kastanien, Eicheln, Zapfen und Nüssen zu basteln. Mit ein paar Streichhölzern oder Zahnstochern werden aus Kastanien schnell lustige Kastanienmännchen oder Tiere – z.B. ein Kastanien-Igel (mit Zahnstochern als Stacheln) oder eine Eichel-Maus mit Eichelkappen als Ohren. Auch Eicheln lassen sich bemalen oder mit Filz bekleben (z.B. als kleine Marienkäfer). Das Basteln mit solchen Naturmaterialien fördert die Fantasie der Kinder und kostet fast nichts.
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Baumrinden-Abreibung: Ein Spiel für den Wald: Nehmt Papier und Wachsmalkreiden mit. Haltet das Papier an verschiedene Baumstämme und reibt mit der flachen Seite der Kreide darüber. Ihr werdet staunen – jede Baumrinde hinterlässt ein anderes Muster! So können Kinder die Rinde von Eiche, Birke, Buche etc. unterscheiden. Aus den Rindenabdrücken kann man daheim ein Ratespiel machen: „Von welchem Baum stammt dieses Muster?“. Das schult das Gefühl für die Rindenstruktur und macht richtig Spaß.
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Ast-Mobiles und Natur-Collagen: Beim Spaziergang gesammelte Zapfen, Federn, Nüsse, Rindenstücke und schöne Äste lassen sich toll weiterverwenden. Beispielsweise kann man aus einem Ast und Schnur ein Mobile basteln: Unterschiedliche Blätter, Federn oder bemalte Zapfen an Fäden aufhängen und an den Ast knoten – fertig ist das Natur-Mobile für’s Kinderzimmer. Größere Rindenstücke oder dünne Scheiben von Ästen kann man bemalen und zu einer Collage legen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – wichtig ist nur, die Materialien trocken zu halten und vielleicht vorher kleine „Mitbewohner“ (Insekten) abzuklopfen, bevor sie ins Haus wandern.
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Einfaches Schnitzen und Holz basteln: Mit etwas Hilfe der Eltern können Kinder auch erste Erfahrungen im Schnitzen machen. Ein Stück weiches Holz (wie Linden- oder Weidenholz) eignet sich, um z.B. mit dem Taschenmesser einfache Muster hineinzuschnitzen (bitte nur unter Aufsicht!). Oder bastelt doch mal ein kleines Floß aus Ästen: Einige gerade Äste auf gleiche Länge kürzen, nebeneinanderlegen und mit Paketschnur zusammenbinden – so entsteht ein Mini-Floß, das man im Bach schwimmen lassen kann. Solche Projekte verbinden Handwerk und Naturerfahrung und die Kinder sind stolz auf ihr Ergebnis.

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Bausätze für Vogelhaus & Insektenhotel: Wenn man sich selbst nicht ans große Werk traut, gibt es auch fertig zusammengestellte Holz-Bastelsets für Kinder. Damit können schon Grundschulkinder (mit ein wenig Hilfe) ein Insektenhotel für den Garten oder einen Nistkasten zusammenbauen. Zum Beispiel gibt es Bausätze für ein kleines Insektenhotel aus Kiefernholz zum Bemalen oder ein Vogelhaus-Futterhaus als Bausatz, bei dem alles nötige Material schon enthalten ist. Auch Futterhaus-Bausätze für Eichhörnchen oder ein Igelhaus aus Holz sind tolle Projekte, mit denen Kinder aktiv Tieren helfen können. Sogar eine kleine Weihnachtskrippe aus Holz zum Selbstbauen gibt es – perfekt für die Winterzeit. Das Zusammenbauen und Bemalen solcher Bausätze fördert nebenbei die Feinmotorik, Geduld und Problemlösefähigkeit der Kinder. Und am Ende sind alle stolz auf das selbst gebaute Werkstück, das vielleicht einen Platz im Garten oder auf dem Balkon bekommt.
Spielerisch Bäume kennenlernen: Spiele und Geschichten
Neben Basteln gibt es viele weitere spielerische Ideen, wie Kinder mehr über Bäume lernen können – Spaß und Neugier stehen dabei im Vordergrund!
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Blätter-Suchspiel: Im Herbst kann man ein einfaches Suchspiel veranstalten. Gebt den Kindern eine kleine Aufgabenliste: „Finde ein rotes Ahornblatt, ein gelbes Eichenblatt und eine Kastanie mit Schale.“ Die Kinder laufen los und sammeln – dabei lernen sie ganz nebenbei, welches Blatt zu welchem Baum gehört. Man kann auch Memory daraus machen: von jeder Baumart zwei Blätter sammeln und trocknen, dann die Paare finden. Für kleinere Kinder reicht auch: „Wer findet das größte Blatt? Das rundeste Blatt?“ – So sind alle mit Feuereifer dabei und achten viel genauer auf die Blättervielfalt am Boden.
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Baumtagebuch führen: Sucht euch gemeinsam mit eurem Kind einen Baum in der Nähe, den es über längere Zeit beobachten kann – zum Beispiel die Eiche am Ende der Straße oder die Linde im Garten. Dieses „Baumpaten“-Kind kann nun ein Baumtagebuch führen: Regelmäßig (z.B. einmal pro Woche) wird notiert oder gemalt, was sich am Baum verändert. Im Frühling vielleicht die ersten Knospen, dann junge grüne Blätter; im Sommer Blüten oder Früchte; im Herbst bunte Blätter und später fallen sie ab. Vielleicht entdeckt ihr auch Tiere am Baum – ein Eichhörnchen, Vögel im Geäst oder Käfer an der Rinde. All das kommt ins Tagebuch (Kinder können malen, Eltern schreiben das Datum dazu). So lernen die Kleinen sehr intensiv „ihren“ Baum kennen und verstehen den Jahreslauf der Natur.

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Waldfibel & Wissenskarten: Viele Förster und Umweltbildungseinrichtungen stellen kostenlose Waldfibeln oder Baumführer für Kinder bereit. Eine Waldfibel ist ein kleines Heft oder Buch mit Bildern und Infos zu Bäumen, Tieren und Pflanzen des Waldes. Man kann gemeinsam darin blättern und beim Ausflug vergleichen: „Ist das dort drüben vielleicht die Kiefer aus dem Heft?“. Auch selbstgemachte Wissenskarten sind super: Dabei bastelt man kleine Karteikarten, auf die vorne z.B. ein gepresstes Blatt oder ein Foto vom Baum geklebt wird und hinten stehen der Name und ein paar Eigenschaften. Ältere Kinder können hier kreativ werden und eigene „Baumquartetts“ gestalten – mit Punkten für Höhe, Alter, Blattform etc. Im Spiel mit solchen Wissenskarten festigt sich das Baumwissen fast wie von allein.

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Baum-Geschichten und Märchen: Geschichten bleiben bei Kindern oft besser hängen als trockene Fakten. Zum Glück wimmelt es in Sagen und Märchen von Bäumen! Wusstet ihr, dass in einer alten griechischen Sage ein liebendes Ehepaar zur Strafe in zwei Bäume verwandelt wurde – in eine Eiche und eine Linde – damit sie für immer zusammenstehen können? Solche kleinen Anekdoten faszinieren Kinder. Erzählt beim Waldspaziergang doch eine Baum-Geschichte: z. B. von der weisen alten Eiche, die schon seit 300 Jahren im Wald steht und viele Tierfamilien hat kommen und gehen sehen. Oder von der Trauerweide, die ihre Äste hängen lässt, weil sie so gern die Fische im Teich kitzeln möchte. Auch Lieder und Gedichte gibt es: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“ – vielleicht kennen die Großeltern noch Verse darüber. Eine schöne Idee ist es auch, zusammen ein eigenes Baum-Märchen zu erfinden. Das regt die Fantasie an und gibt den Bäumen eine Persönlichkeit, die Kinder so schnell nicht vergessen.
Fazit: Natur erleben, lernen und kreativ sein
Baumkunde für Kinder zeigt, wie spannend unsere einheimischen Bäume und das Material Holz sein können. Wenn Kinder spielerisch die Natur entdecken, sammeln sie nicht nur Wissen über Bäume, Blätter und Holz, sondern entwickeln auch eine tiefe Verbundenheit zur Umwelt. Ob beim Bestimmen eines Ahornblatts, beim Zählen der Jahresringe auf einem Holzstück oder beim Basteln eines eigenen Vogelhauses – Lernen und Kreativität gehen Hand in Hand. Eltern können durch solche Aktivitäten wertvolle gemeinsame Erinnerungen mit ihren Kindern schaffen. Am Ende profitiert jeder: Die Kids haben Spaß und werden zu kleinen Baum-Experten, und wir Erwachsene sehen den Wald mit neuen Augen.
Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Es gibt viele Möglichkeiten, die Begeisterung aus dem Wald mit nach Hause zu nehmen. Spezielle Holz-Bastelsets (z. B. von Eli der Elefant) unterstützen dabei, Projekte wie Insektenhotels oder Futterhäuser kinderleicht umzusetzen. So kann die ganze Familie weiterforschen, werken und staunen – und die Verbindung zwischen Natur, Lernen und Kreativität bleibt lebendig. Viel Freude beim gemeinsamen Entdecken der Bäume und Wälder!
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