Drachen basteln mit Kindern – 3 Anleitungen vom einfachen Herbstdrachen bis zum flugfähigen Eddy

Christian Schubert
Inhalt

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    Kind lässt einen selbst gebastelten Drachen im Herbst auf einer Wiese steigen

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Drachen basteln funktioniert ab 3 Jahren – vom einfachen Tütendrachen bis zum flugfähigen Eddy mit Holzgerüst.
    • Für den echten Flug brauchst du: ein symmetrisches Gerüst, straffe Bespannung, eine richtig eingestellte Waage und einen Drachenschwanz zur Stabilisierung.
    • Das Holzgerüst kann dein Kind selbst sägen – mit einer Kinder-Laubsäge und dünnen Leisten aus dem Baumarkt.
    • Materialbasis: Papier oder Krepppapier für die Bespannung, Holzstäbe für das Kreuz, reißfeste Drachenschnur für Waage und Leine.
    • Bester Wind zum Steigen: 2 bis 4 Beaufort, also 12 bis 19 Kilometer pro Stunde, auf freier Wiese mit Abstand zu Stromleitungen.
    • Nicht jeder Drachen fliegt sofort perfekt – das gehört zum Erlebnis dazu und wird beim nächsten Versuch besser.

    Es gibt einen Moment im Herbst, den vergisst kein Kind. Der Drachen zieht plötzlich an der Schnur, hebt ab und steht am Himmel – und die kleine Hand, die eben noch dagegen gehalten hat, kann kaum fassen, was gerade passiert.

    Damit dieser Moment kommt, braucht es keinen fertig gekauften Drachen. Ein selbst gebastelter Drachen fliegt genauso hoch – und wenn dein Kind ihn mit gebaut hat, ist der Stolz doppelt so groß.

    In diesem Artikel bekommst du drei Anleitungen. Eine für kleine Kinder ab drei Jahren, eine für den klassischen Rauten-Eddy und eine, bei der dein Kind die Holzstäbe selbst mit der Laubsäge sägen kann. Dazu die Physik dahinter, damit du weißt, warum ein Drachen wirklich fliegt.

    Drachen basteln – ein Herbst-Ritual, das mehr kann als Bastelspaß

    Der Drachen ist eines der ältesten Kinderspielzeuge der Welt. Vor rund 3.000 Jahren tauchte er zuerst in China auf – zunächst als militärisches Signalgerät, später als Familienvergnügen. Erst im 16. Jahrhundert kam er nach Europa, wo er zum festen Bestandteil des Herbstes wurde.

    Warum bis heute jeden Herbst gebastelt wird, hat weniger mit Nostalgie zu tun als mit dem, was Kinder dabei lernen: Feinmotorik beim Kleben und Knoten, Geduld beim Zuschneiden, Naturbeobachtung beim Warten auf den richtigen Wind. Und am Ende steht ein Moment, den kein Bildschirm liefern kann.

    Der Drachen verbindet Basteln, Werken und Draußen-Sein zu einem Familienprojekt. Genau das macht ihn zum perfekten Herbst-Ritual.

    Welche Drachen-Typen gibt es?

    Bevor du loslegst, lohnt sich der Blick auf die wichtigsten Drachen-Typen. Sie unterscheiden sich in Aufwand, Flugverhalten und Bastelfreundlichkeit:

    • Papierdrachen aus Krepppapier oder Transparentpapier: der einfachste Einstieg, ideal für Kita und junge Kinder.
    • Klassischer Eddy: rautenförmig, ein Bastel-Klassiker seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, mit Holzkreuz und Papier bespannt.
    • Rhombendrachen mit Holzgerüst: stabiler und flugfähiger als der reine Papier-Eddy, langlebiger, aber aufwendiger.
    • Sechseckdrachen und Deltadrachen: für Fortgeschrittene, spannend für ältere Kinder mit Bastelerfahrung.

    Ein Basteldrachen kostet dich wenige Euro und trägt die Handschrift deines Kindes. Ein Fertigdrachen aus dem Handel fliegt zuverlässiger und ist bei sehr jungen Kindern oder Zeitnot eine gute Ergänzung – aber der Stolz auf ein selbst gebautes Ergebnis ist unschlagbar.

    Übersicht der wichtigsten Drachen-Typen zum Basteln mit Kindern

    Ab welchem Alter mit Kindern Drachen basteln?

    Diese Altersstaffelung hilft dir bei der Auswahl:

    • Ab 3 Jahren: einfache Tüten- und Papierdrachen, unter Anleitung eines Erwachsenen.
    • Ab 5 bis 6 Jahren: klassischer Eddy mit Hilfe bei den Präzisionsschritten.
    • Ab 6 bis 8 Jahren: flugfähiger Drachen mit Holzgerüst, im Team mit einem Erwachsenen.

    Wichtig ist weniger das Alter selbst als Motorik und Konzentration deines Kindes. Ein ruhiger Fünfjähriger baut oft besser als ein hibbeliger Siebenjähriger.

    Material für Drachen basteln – was du wirklich brauchst

    Die gute Nachricht: Für die einfachen Varianten hast du das meiste zu Hause. Für den flugfähigen Eddy reicht ein kurzer Baumarkt-Besuch. Das ist die Grundausstattung:

    • Bespannung: Papier, Krepppapier oder Transparentpapier. Für Fortgeschrittene Tyvek Papier oder dünner Stoff.
    • Gerüst: Holzstäbe als Rundstäbe mit 4 bis 5 mm Durchmesser oder dünne Kiefernleisten. Für Mini-Drachen reichen Grillspieße.
    • Verbindung und Waage: reißfeste Drachenschnur oder dünne Nylonschnur.
    • Kleber, Schere, Lineal, Bleistift – Standard aus jedem Bastelkorb.
    • Deko: Wachsmaler, Federn und Bänder aus Krepppapier für den Drachenschwanz.
    Material zum Drachen basteln: Holzstäbe, Krepppapier, Drachenschnur, Kleber und Werkzeug

    Woher bekommst du das Material?

    Nicht alles findest du am gleichen Ort. Diese Bezugsquellen sparen dir Wege:

    • Baumarkt: Holzstäbe, Kiefernleisten, teils auch Drachenschnur.
    • Bastelladen und Onlinehandel: Krepppapier, Transparentpapier, spezielle Drachenschnur.
    • Drachenbausätze als Komplettpaket: ideal, wenn du wenig Zeit hast und alles auf einmal willst.
    • Nachhaltige Alternative: Reste aus dem Papierkorb, gesammelte Federn vom Waldspaziergang, Stoffreste aus alten Vorhängen.

    Ein guter Basteldrachen kostet dich zwischen 10 und 15 Euro an Material – deutlich weniger als ein fertig gekaufter Drachen, und mit deutlich mehr Erinnerungswert.

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    Werkzeug für das Holzgerüst

    Für den flugfähigen Drachen mit selbst gesägtem Gerüst kommen Werkzeuge dazu. Kindgerechtes Werkzeug heißt: echtes Werkzeug in passender Größe, nicht Plastik-Spielzeug.

    • Kinder-Laubsäge für dünne Holzleisten und feine Schnitte.
    • Kindersäge für längere Rundstäbe und gerade Schnitte.
    • Kleiner Handbohrer für die Waage-Löcher am Ende der Stäbe.
    • Schleifpapier für glatte Kanten, damit sich niemand Splitter holt.

    Warum echtes Werkzeug besser ist? Weil dein Kind damit wirklich sägt, nicht spielt. Ein Werkstück, das aus eigenen Sägeschnitten entstanden ist, hat einen anderen Wert als eines aus fertigen Bauteilen.

    Anleitung 1 – Einfacher Herbstdrachen aus Papiertüte

    Für alle, die schnell starten wollen: Diese Variante braucht keine Säge, keine Holzstäbe, keinen Aufwand.

    Alter: ab 3 Jahren | Dauer: 30 Minuten | Material: eine kräftige Papiertüte, Krepppapier, Drachenschnur, Kleber, Schere, Wachsmaler

    Was dein Kind übernimmt: alles Bemalen, das Kleben der Krepppapier-Streifen, das Halten der Schnur beim Ausprobieren.
    Was du übernimmst: das Anbringen der Waage-Schnüre an der Tütenöffnung, die Feinjustierung.

    Schritt für Schritt zum Tütendrachen

    1. Bemalen und verzieren: Die Papiertüte wird mit Wachsmalern bunt gestaltet. Große Muster wirken besser als filigrane Details – der Drachen ist später weit weg.
    2. Waage anbringen: An der Tütenöffnung befestigst du vier gleich lange Schnüre – jeweils an den vier Ecken. Die vier Enden werden zusammengeführt und verknotet.
    3. Drachenschwanz kleben: Am geschlossenen Ende der Tüte klebst du drei bis vier Streifen Krepppapier als Drachenschwanz an, jeweils etwa 30 Zentimeter lang.
    4. Drachenschnur befestigen: An dem Knoten der Waage bindest du die Drachenschnur fest.
    5. Loslaufen und ausprobieren: Bei leichtem Wind hebt der Tütendrachen sofort ab.

    Das Ergebnis fliegt nicht hoch, aber es fliegt – und für ein Dreijähriges ist genau das der Zauber-Moment.

    Kleines Kind bemalt eine Papiertüte für den Tütendrachen

    Anleitung 2 – Klassischer Eddy-Drachen aus Papier

    Der Eddy ist seit über 100 Jahren der Bastel-Klassiker. Der amerikanische Erfinder William Abner Eddy hat ihn 1891 als schwanzlosen Rautendrachen konstruiert – der Grundbauplan hat sich bis heute kaum verändert.

    Alter: ab 5 bis 6 Jahren mit Hilfe | Dauer: 1 bis 1,5 Stunden | Material: zwei Holzstäbe (60 cm Längsleiste, 50 cm Querstab), Krepppapier oder Transparentpapier, Drachenschnur, Kleber, Schere, Bleistift, Lineal

    Schritt für Schritt – das Holzkreuz binden

    1. Längsleiste und Querstab bereitlegen. Die längere Leiste steht senkrecht, die kürzere quer.
    2. Querstab positionieren: Auf etwa einem Viertel der Längsleiste von oben markierst du den Kreuzungspunkt. An dieser Stelle kreuzen sich die beiden Stäbe.
    3. Kreuzungspunkt fest verbinden: Mit dünnem Draht oder mit einem Buchtknoten aus Schnur befestigst du die beiden Stäbe. Wichtig: der Querstab muss genau rechtwinklig zur Längsleiste stehen.
    4. Kerben einsägen: An den vier Enden der Stäbe sägst oder feilst du kleine Kerben ein. Sie halten später die Rahmenschnur.

    Rahmenschnur spannen und Papier zuschneiden

    1. Rahmenschnur führen: Die Drachenschnur wird straff durch die vier Kerben gezogen und rautenförmig verknotet. Sie zeichnet die spätere Form des Drachens vor.
    2. Papier zuschneiden: Lege den Rahmen aufs Papier und schneide die Rautenform aus – mit einem umlaufenden Saum von etwa 3 Zentimetern nach außen.
    3. Saum umlegen: Falte den Saum um die Rahmenschnur nach innen und fixiere ihn mit Kleber. So bekommt die Bespannung ihre Spannung.

    Waage einstellen und Drachenschwanz anbringen

    1. Drei-Punkt-Waage befestigen: Aus Drachenschnur bindest du zwei Schnüre am oberen Ende der Längsleiste und am unteren Ende. Diese Schnüre werden in der Mitte zusammengeführt.
    2. Buchtknoten in der Mitte: Am Verbindungspunkt der Waage bindest du einen Buchtknoten – hier kommt später die Steigleine ran. Der Knoten lässt sich verschieben, um die Waage feinzujustieren.
    3. Drachenschwanz aus Krepppapier: Ans untere Ende klebst du einen Drachenschwanz aus mehreren Krepppapier-Streifen, jeweils etwa 1 Meter lang.
    4. Verzieren und bemalen: Bevor der Drachen fertig zusammengebaut wird, ist das Bemalen dran. Als letzter Kinderschritt.

    Anleitung 3 – Flugfähiger Drachen mit selbst gesägtem Holzgerüst

    Das ist die Königsvariante. Dein Kind sägt hier zum ersten Mal die Holzstäbe selbst – aus dünnen Leisten aus dem Baumarkt. Am Ende steht ein Drachen, den es wirklich selbst mitgebaut hat.

    Alter: ab 6 bis 8 Jahren im Team mit Erwachsenem | Dauer: 2 bis 3 Stunden, gerne auf zwei Nachmittage verteilt | Material: dünne Kiefernleisten (5 mm dick), Tyvek oder reißfestes Papier, Drachenschnur, kleiner Schlüsselring, Kinder-Laubsäge, Schleifpapier, Handbohrer

    Kind sägt mit einer Kinder-Laubsäge dünne Holzstäbe für ein Drachengerüst

    Holzstäbe mit der Kinder-Laubsäge selbst sägen

    1. Passendes Material wählen: Weiches Sperrholz oder dünne Kiefernleisten mit maximal 5 Millimeter Stärke. Alles Dickere überfordert die Kinder-Laubsäge.
    2. Sägeblatt einspannen: In einer Kinder-Laubsäge wird ein feines Sägeblatt eingespannt. Die Zähne zeigen nach unten – dann sägt die Säge beim Herunterziehen.
    3. Werkstück fixieren: Die Leiste wird auf einer Sägeunterlage oder mit einer kleinen Schraubzwinge fixiert. Nichts wird in der Hand gehalten.
    4. Gleichmäßige Auf-Ab-Bewegung: Dein Kind führt die Säge in ruhiger Bewegung, mit wenig Druck. Die Säge macht die Arbeit, nicht die Kraft.
    5. Kanten schleifen: Alle Schnittstellen werden mit Schleifpapier glattgezogen. Diese Aufgabe lieben Kinder besonders – sofortiger, spürbarer Effekt.

    Deine Rolle als Erwachsener: begleiten, nicht übernehmen. Erst zeigen, dann daneben sitzen. Nur eingreifen, wenn wirklich nötig.

    Kreuz bauen und Rahmen spannen

    1. Symmetrie zuerst: Länge messen und Kreuzungspunkt exakt markieren. Beim flugfähigen Drachen entscheidet die Symmetrie über den Flug.
    2. Längsleiste und Querstab verbinden: Rechtwinklig, mit Draht oder festem Buchtknoten. Prüfe zweimal, ob wirklich alle vier Arme gleich lang sind.
    3. Kerben einsägen: An allen vier Enden kleine Kerben für die Rahmenschnur. Auch das übernimmt dein Kind mit der Laubsäge.
    4. Rahmenschnur durchziehen: Straff, gleichmäßig gespannt. Der Rahmen sollte leicht federn, wenn du ihn drückst – aber nicht durchhängen.

    Bespannen, Waage einstellen, Drachenschwanz anbringen

    1. Bespannung zuschneiden: Reißfestes Papier oder Tyvek passgenau zur Rautenform. Saum von 3 Zentimetern nicht vergessen.
    2. Saum umlegen und verkleben: Um die Rahmenschnur, mit sauberem Kleber.
    3. Drei-Punkt-Waage anbringen: Zwei Schnüre werden am oberen und unteren Ende der Längsleiste befestigt und in der Mitte zusammengeführt.
    4. Schlüsselring als Verbindungspunkt: Am Zusammenführungspunkt hängst du einen kleinen Schlüsselring ein. Hier kommt später die Steigleine ran – der Ring erleichtert das Wechseln.
    5. Buchtknoten justieren: Bis die Waage stimmt. Der Drachen sollte im Wind leicht nach vorn kippen, aber nicht zu steil stehen.
    6. Drachenschwanz anbringen: Mehrere Krepppapier-Bahnen, jeweils etwa 1,5 Meter lang, am unteren Ende befestigen. Der Drachenschwanz sorgt für die Stabilität im Wind.

    Warum fliegt ein Drachen? Flugfähigkeit einfach erklärt

    Damit du deinem Kind erklären kannst, warum euer Drachen wirklich fliegt: Er nutzt das gleiche Prinzip wie ein Vogelflügel.

    Der Wind trifft auf die schräg gestellte Bespannung des Drachens. Die Luft wird nach unten abgelenkt – und weil jede Kraft eine Gegenkraft hat, drückt es den Drachen nach oben. Das ist der Auftrieb. Die Schnur, die dein Kind festhält, sorgt dafür, dass der Drachen im Wind stehen bleibt und nicht davonfliegt.

    Drei Dinge müssen zusammenpassen, damit der Auftrieb entsteht:

    • Symmetrie: Beide Seiten des Drachens müssen exakt gleich sein. Sonst kippt er.
    • Bespannungsspannung: Straff, aber nicht zu straff. Wie ein Trommelfell.
    • Anstellwinkel: Wie schräg der Drachen im Wind steht, entscheidet die Waage.

    Der Drachenschwanz übernimmt die Stabilisierung. Er zieht das untere Ende leicht nach unten und verhindert, dass der Drachen kippt oder taumelt.

    Auftrieb, Wind und Anstellwinkel: die Physik, die einen Drachen fliegen lässt

    Die häufigsten Bastelfehler – und wie du sie vermeidest

    Wenn dein Drachen nicht fliegen will, liegt es meist an einem dieser Fehler:

    • Unsymmetrisches oder zu schweres Gerüst: Prüfe, ob alle Arme gleich lang und gleich schwer sind. Zu dicke Leisten machen den Drachen bleiern.
    • Zu kurzer oder zu langer Drachenschwanz: Zu kurz und der Drachen taumelt. Zu lang und er kommt nicht hoch. Faustregel: Schwanz etwa dreimal so lang wie der Drachen selbst.
    • Falsch eingestellte Waage: Der Buchtknoten in der Mitte lässt sich verschieben. Wenn der Drachen zu steil steht, Knoten nach unten. Zu flach, Knoten nach oben.
    • Zu weiches Papier ohne Saum: Der Saum um die Rahmenschnur gibt der Bespannung die Spannung. Ohne Saum flattert der Drachen ohne Auftrieb.

    Drachen basteln Vorlage – wo du sie herbekommst

    Für den Rauten-Eddy hilft eine Vorlage beim Zuschneiden des Papiers. Eine gute Vorlage enthält Maße, Faltlinien, Saumzugabe und die Punkte, an denen später die Waage angebracht wird.

    Im Netz findest du zahlreiche kostenlose PDF-Vorlagen. Achte darauf, dass Maße angegeben sind – reine Motiv-Ausdrucke helfen dir nur bei Deko-Drachen, nicht bei flugfähigen Modellen.

    Für unseren Rauten-Eddy funktioniert eine einfache Vorlage mit diesen zwei Maßen: Längsleiste 60 Zentimeter, Querstab 50 Zentimeter. Alles andere ergibt sich aus der Rautenform. Wer eine ausdruckbare Vorlage sucht, findet bei Bastel- und Reiseportalen wie daenemark.de solide PDF-Downloads – für die einfachen Varianten oben brauchst du keine.

    Drachensteigen – der schönste Moment für die ganze Familie

    Wenn der Drachen fertig ist, kommt der Teil, für den ihr die letzten Stunden gebastelt habt. Damit er gelingt, brauchst du drei Dinge: den richtigen Wind, den richtigen Ort und ein bisschen Geduld.

    Familie lässt einen selbst gebastelten Drachen im Herbst gemeinsam steigen

    Der beste Wind: 2 bis 4 Beaufort, also 12 bis 19 Kilometer pro Stunde. Wenn Blätter und dünne Zweige sich ständig bewegen und leichte Wimpel sich strecken, ist die Windstärke ideal. Bei weniger Wind kommt der Drachen nicht hoch, bei mehr als 5 Beaufort wird es für Kinder-Drachen zu stark.

    Der richtige Ort: freie Wiese, Stoppelfeld oder Küstenstreifen. Kein Wald in der Nähe, keine Straße, keine Weidefläche mit Tieren.

    Was du dabeihaben solltest: Handschuhe für dich, falls die Schnur bei stärkerem Wind zieht, eine ordentliche Rolle mit ausreichend Drachenschnur und für den Fall der Fälle Ersatz-Schnur.

    Sicherheit beim Drachensteigen

    Diese Regeln sind wichtiger als jede Baumtechnik:

    • Stromleitungen sind absolut tabu. Eine (besonders feuchte) Drachenschnur leitet Strom und kann tödlich sein. Wenn ein Drachen sich in einer Leitung verfängt, nie selbst bergen – Netzbetreiber informieren.
    • Abstand zu Straßen, Bahnschienen und Weideflächen halten. Ein herabstürzender Drachen kann auf einer Straße Unfälle verursachen.
    • Kleine Kinder nie allein mit der Drachenschnur. Bei starkem Zug drohen Strangulation oder Schnittverletzungen an der Hand.
    • Bei Gewitter oder Donner sofort beenden. Eine nasse Schnur ist ein Blitzableiter.
    • Rechtlicher Rahmen: Halteseil über 100 Meter braucht in Deutschland eine Erlaubnis und Kennzeichnung. Zu Flugplätzen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern. Für die üblichen Kinder-Drachen bist du davon weit entfernt – aber gut zu wissen.
    Vier Sicherheitsregeln beim Drachensteigen mit Kindern

    Drachen basteln mit Kindern in Kita, Schule und zu Hause

    Der Herbst ist der Anlass, an dem in ganz Deutschland gebastelt wird. Diese Rollen und Varianten haben sich bewährt:

    Rollenverteilung bei jedem Alter:

    • Das Kind übernimmt: bemalen, kleben, sägen, schleifen, halten, ausprobieren.
    • Der Erwachsene übernimmt: Präzisionsschritte, Waage einstellen, Schnur führen bei starkem Wind.

    Kita und Waldkindergarten: Der einfache Tütendrachen aus Anleitung 1 funktioniert für ganze Gruppen gleichzeitig. Kein Werkzeug, keine Sicherheitsfragen, sofort ein Ergebnis. Alternativ ein Deko-Drachen aus zwei Eisstielen und Krepppapier – nicht flugfähig, aber ein tolles Fensterbild.

    Grundschule: Der klassische Eddy aus Anleitung 2 passt in eine Doppelstunde Werkunterricht. Klassensatz-Material lässt sich günstig einkaufen: Kiefernleisten, Transparentpapier, Drachenschnur. Jedes Kind geht mit einem eigenen Drachen nach Hause.

    Familienprojekt zu Hause: Der flugfähige Drachen aus Anleitung 3 ist das, wofür ein Wochenende gemacht ist. Am Samstag sägen und bauen, am Sonntag ausprobieren.

    Häufige Fragen zum Drachen basteln

    Ab welchem Alter kann man mit Kindern Drachen basteln?

    Ab 3 Jahren sind einfache Tüten- und Papierdrachen unter Anleitung möglich. Ab 5 bis 6 Jahren gelingt der klassische Eddy mit Hilfe eines Erwachsenen. Ab 6 bis 8 Jahren kann dein Kind einen flugfähigen Drachen mit selbst gesägtem Holzgerüst mitbauen. Wichtiger als das Alter sind Motorik und Konzentration.

    Wie lange dauert es, einen Drachen zu basteln?

    Ein einfacher Tütendrachen ist in etwa 30 Minuten fertig. Der klassische Eddy braucht 1 bis 1,5 Stunden. Ein flugfähiger Drachen mit selbst gesägtem Holzgerüst dauert 2 bis 3 Stunden – am besten auf zwei Nachmittage verteilt, damit Konzentration und Stolz beide etwas davon haben.

    Wie mache ich einen selbstgebastelten Drachen flugfähig?

    Vier Dinge müssen stimmen: ein symmetrisches, leichtes Gerüst, eine straffe und gleichmäßige Bespannung, eine richtig eingestellte Drei-Punkt-Waage und ein passender Drachenschwanz zur Stabilisierung. Wenn eines davon fehlt, taumelt der Drachen oder kommt nicht hoch.

    Welche Vorlage brauche ich für einen Drachen?

    Eine gute Vorlage enthält Maße, Faltlinien, Saumzugabe und die Punkte für die Waage. Für den Rauten-Eddy reichen zwei Angaben: Längsleiste 60 Zentimeter, Querstab 50 Zentimeter – alles andere ergibt sich aus der Form. Vorlagen ohne Maße sind nur für Deko-Drachen sinnvoll.

    Bei welchem Wind fliegt der Drachen am besten?

    Ideal sind 2 bis 4 Beaufort, also 12 bis 19 Kilometer pro Stunde. Wenn Blätter und dünne Zweige sich ständig bewegen, hast du die richtige Windstärke. Bei weniger Wind steigt der Drachen nicht auf, bei mehr als 5 Beaufort wird es für Kinder-Drachen zu stark.


    Am Ende geht es nicht darum, den perfekten Drachen zu bauen. Es geht um den Moment, in dem dein Kind die Schnur in der Hand hält, den Kopf in den Nacken legt und das Selbstgebaute am Himmel stehen sieht.

    Papier, Holz, ein bisschen Schnur – und plötzlich hebt etwas ab, das eben noch nichts war.

    Drei selbst gebastelte Drachen im Vergleich: Tütendrachen, klassischer Eddy und flugfähiger Rhombendrachen

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