Das Wichtigste auf einen Blick
Laubsägearbeiten funktionieren mit Kindern ab etwa 5 Jahren – unter Aufsicht und mit dem richtigen Werkzeug.
Der Sägebogen mit Sägeblatt ist die einzige Handsäge, mit der ihr enge Kurven und Innenausschnitte in Sperrholz sägen könnt.
Sperrholz aus Pappel oder Linde in 4 bis 6 mm Stärke ist das beste Material für den Einstieg.
Sägeblätter der Größe 3 bis 5 sind für Kinder ideal – nicht mit dem feinsten Blatt starten.
Gute Vorlagen zeigen Maße und den Schwierigkeitsgrad – kostenlose Downloads gibt es reichlich, für den Einstieg lohnen sich einfache Konturen.
Der Weg zum Erfolg ist die Progression: erst gerade Linien, dann einfache Formen, dann die erste richtige Vorlage.
Es gibt ein Geräusch, das Herbstnachmittage füllt und bleibt. Ein leises, rhythmisches Ratsch. Ein Sägeblatt bewegt sich auf und ab, ein Kind sitzt konzentriert am Tisch, und aus einem Stück Sperrholz wird langsam ein Stern.
Laubsägen gehört zu den ältesten Werkarbeiten, die Kinder in die Hand bekommen. Und zu den unterschätztesten. Denn was auf den ersten Blick nach kleiner Bastelei aussieht, ist in Wirklichkeit ein Feinmotorik-, Konzentrations- und Geduldstraining – mit einem echten Ergebnis, das man in die Hand nehmen kann.
Dieser Artikel ist deine vollständige Anleitung. Du erfährst, ab welchem Alter dein Kind laubsägen kann, welches Werkzeug ihr braucht, welches Sperrholz das richtige ist, wo ihr gute Vorlagen findet und wie ihr die ersten Projekte gemeinsam meistert. Am Ende steht ein Stern, ein Anhänger, ein Namensschild – und ein Kind, das an sein eigenes Können glaubt.
Was sind Laubsägearbeiten und warum sind sie so gut für Kinder?
Laubsägearbeiten sind das feine Aussägen von Motiven aus dünnem Holz. Der Name kommt daher, dass ursprünglich blattförmige Ornamente gesägt wurden – Blätter, Ranken, Verzierungen. Heute steht der Begriff für alles, was mit dem Laubsägebogen aus einer Sperrholzplatte entsteht.
Technisch funktioniert die Laubsäge anders als die meisten anderen Sägen. Sie schneidet auf Zug, also in der Abwärtsbewegung. Das Sägeblatt ist dünn, biegsam und lässt sich in enge Kurven führen – etwas, das keine andere Handsäge kann.
Für Kinder ist das aus mehreren Gründen ideal. Die Bewegungen sind ruhig und wiederholend, das Ergebnis wird Zentimeter für Zentimeter sichtbar. Feinmotorik, Konzentration und Geduld werden trainiert, ohne dass es sich nach Training anfühlt. Und am Ende steht etwas Fertiges: ein Anhänger fürs Fenster, ein Namensschild fürs Zimmer, ein Weihnachtsstern für den Baum.
Laubsägen war in der Reformpädagogik ein Kernwerkzeug, ist bis heute im Werkunterricht der Grundschule fest verankert und steht bei vielen Waldkindergärten regelmäßig auf dem Plan. Kaum eine Tätigkeit bringt handwerkliches Lernen und ruhige Konzentration so gut zusammen.
Laubsäge, Kindersäge, Dekupiersäge – welche Säge wofür?
Bevor du loslegst, lohnt sich eine kurze Klärung. Der Begriff „Säge" umfasst mehrere sehr unterschiedliche Werkzeuge.
Handlaubsäge: der Klassiker mit U-förmigem Bügel. Günstig, leise, volle Kontrolle. Ideal für Kinderhände, für Kurven und für dünnes Sperrholz bis etwa 1 Zentimeter.
Kindersäge und Fuchsschwanz: für gerade Schnitte in dickeres Holz. Keine Kurven, keine Innenausschnitte – aber gut für kräftigere Werkstücke.
Dekupiersäge: die elektrische Variante der Laubsäge. Schneller, für Vielsäger und größere Werkstücke. Für ältere Kinder ab etwa 10 Jahren mit Erfahrung sinnvoll, in Schulen aber reglementiert.
Für alles, was in diesem Artikel folgt, greifst du zur Handlaubsäge. Sie ist die richtige Wahl fürs Familienprojekt, für die Grundschule und für den ersten ernsthaften Werkeinstieg.
Ab welchem Alter können Kinder laubsägen?
Die häufigste Frage vorab – und die Antwort ist keine feste Zahl, sondern eine Spanne.
Alter
Was das Kind macht
Rolle des Erwachsenen
3–4 Jahre
Vorzeichnen, Schmirgeln, Bemalen
Führt selbst, sägt selbst
5–6 Jahre
Erste eigene Schnitte in dünnem Sperrholz
Spannt ein, sitzt daneben, korrigiert
6–8 Jahre
Eigenständiger, Innenausschnitte, mehr Details
Begleitet, prüft Sicherheit
ab 8 Jahren
Komplexere Vorlagen, mehrteilige Modelle
Auf Abruf
Die meisten Fachquellen und Hersteller nennen ab 5 Jahren mit Aufsicht als sinnvollen Einstieg. Wichtiger als das Kalenderalter sind aber Motorik und Konzentration deines Kindes. Ein ruhiger Fünfjähriger sägt oft konzentrierter als ein hibbeliger Siebenjähriger.
Deine Rolle als Erwachsener ist entscheidend. Am Anfang zeigst du, spannst das Sägeblatt ein, kontrollierst die Haltung. Dann setzt du dich daneben – nicht darüber. Übernimm nicht, wenn dein Kind langsamer sägt als du. Genau darin liegt der pädagogische Wert.
Kleine Kinder solltest du nie unbeaufsichtigt an einer Säge arbeiten lassen. Auch dann nicht, wenn sie es schon dutzendfach gemacht haben.
Sicher laubsägen – die wichtigsten Regeln für zu Hause und die Schule
Die Handlaubsäge ist keine gefährliche Säge. Ein abgerutschtes Sägeblatt schneidet die Haut nicht wie ein Küchenmesser – das dünne Blatt macht bei Kontakt eine kleine Riefe. Trotzdem gelten Regeln, mit denen ihr Verletzungen zuverlässig ausschließt.
Sägeblatt richtig einspannen: Die Zähne zeigen nach unten, in Richtung Griff. Merkspruch: „Zähne nach unten, gesägt wird beim Zug."
Klangprobe machen: Zupfe leicht am eingespannten Blatt. Ein heller, klarer Ton bedeutet, es sitzt richtig. Ein dumpfer Ton heißt nachspannen.
Feste Sägeunterlage: Nutze eine Sägeschwalbe mit V-Ausschnitt, mit Schraubzwinge am Tisch fixiert. Das Sägeblatt bewegt sich im V, das Werkstück liegt sicher auf.
Werkstück festhalten: Immer mit der zweiten Hand. Hände hinter dem Sägeblatt, nie davor oder daneben.
Ruhige Körperhaltung: Aufrecht sitzen, gute Beleuchtung, keine losen Ärmel, offene Haare zusammenbinden.
Ersatzblätter bereitlegen: Sägeblätter brechen. Das ist normal, kein Fehler. Wer mit drei bis fünf Ersatzblättern anfängt, wird nicht ausgebremst.
Für Kita, Grundschule und Werkunterricht regelt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung die Sicherheitsanforderungen. Die einschlägigen Publikationen sind die DGUV Information 202-075 „Sicheres Sägen" und die DGUV Information 202-071 „Werkraum – Ordnung und Sicherheit". Beide sind kostenlos online abrufbar und geben pädagogischem Personal einen klaren Rahmen. Für zu Hause reicht der gesunde Menschenverstand plus die Regeln oben.
Werkzeug und Material für die erste Laubsägearbeit
Für den Einstieg brauchst du keine große Werkstatt. Ein Tisch, eine Lampe, ein bisschen Ruhe und diese Ausstattung reichen.
Sägebogen aus Stahlrohr mit ergonomischem Holzgriff, ca. 13 cm breit, 30 cm lang.
Sägeblätter in verschiedenen Größen, mindestens fünf Stück zum Start.
Sperrholz in 4 bis 6 mm Stärke, ohne Astlöcher.
Sägeunterlage (Sägeschwalbe mit V-Ausschnitt).
Schraubzwinge zum Fixieren der Unterlage.
Handbohrer für Innenausschnitte.
Schleifpapier in mittlerer und feiner Körnung.
Bleistift, Lineal, Sprühkleber oder Klebestift zum Übertragen der Vorlage.
Wenn du bei uns unterwegs bist, findest du in unserer Kinderwerkzeug-Kategorie Laubsägen für Kinder, Kindersägen mit Anleitung und Vorlagen sowie Handbohrer – alles in kindgerechter Größe, aber mit echter Funktion. Das ist unser Ansatz bei Eli: echtes Werkzeug für echte Aufgaben.
Welche Sägeblätter passen zu Kindern?
Sägeblätter für die Laubsäge werden nach Größen sortiert – von 2/0 (extrem fein) über 3, 5, 7 bis hin zu groben Blättern für dickeres Holz. Die Wahl ist wichtiger, als viele denken.
Sägeblatt-Größe
Zahnung
Für
Kinder-Eignung
2/0 – 1
sehr fein
Filigrane Details
Erst für Geübte
3 – 5
fein bis mittel
4–6 mm Sperrholz, Standard
Ideal für Einsteiger
5 – 7
mittel bis grob
Dickeres Holz, einfache Formen
Grobe Konturen
ab 7
grob
Sehr dickes Holz
Ungeeignet
Der häufigste Anfängerfehler ist der Griff zum dünnsten Blatt. Feine Blätter brechen schneller und verlangen mehr Erfahrung. Fang mit Größe 3 oder 5 an – die Blätter sind stabiler, verzeihen mehr und geben deinem Kind das Gefühl, dass die Säge funktioniert.
Ergänzend gibt es sogenannte Rundzahn-Blätter (Tornado-Blätter), die Ausrisse an der Unterseite verhindern. Für den Einstieg nicht zwingend, für saubere Ergebnisse aber ein spürbarer Unterschied.
Sperrholz – die richtige Basis für Laubsägearbeiten
Nicht jedes Holz eignet sich zum Laubsägen. Diese Materialien sind die besten Optionen für den Einstieg.
Pappelsperrholz: sehr weich, leicht, splittert kaum. Das ideale Einsteigermaterial.
Lindenholz: sauber, gutmütig, splitterarm. Ein Klassiker im Schnitzhandwerk, auch fürs Laubsägen hervorragend.
Birkensperrholz: härter, feine Struktur, sehr saubere Kanten – aber mehr Kraft nötig.
Buchensperrholz: fest und stabil, für Fortgeschrittene.
Für Kinder ist eine Stärke von 4 bis 6 Millimetern die richtige Wahl. Dünner vibriert und verzieht sich, dicker kostet unnötig Kraft. Mit der Handlaubsäge sind maximal 1 Zentimeter machbar, alles darüber ist Dekupiersägen-Terrain.
Achte beim Kauf auf astfreie Platten. Ein Ast im Sägeweg zwingt das Blatt zum Ausweichen – meist mit Bruch als Folge. In Baumärkten, Bastelläden und online bekommst du Sperrholz in A4- und A5-Zuschnitten, oft schon speziell fürs Laubsägen deklariert.
Laubsägearbeiten Schritt für Schritt – die Anleitung
Jetzt geht es ans Sägen. Diese Reihenfolge hat sich in Werkunterricht und Familienpraxis bewährt.
Vorlage übertragen – drei einfache Wege
Bevor gesägt wird, muss das Motiv aufs Holz. Drei Methoden funktionieren zuverlässig:
Ausdrucken und aufkleben: Vorlage auf Papier drucken, mit Sprühkleber oder Klebestift auf das Sperrholz kleben. Nach dem Sägen lässt sich das Papier abziehen oder abschleifen. Für jüngere Kinder die einfachste Methode.
Kohlepapier zum Durchpausen: Vorlage auf das Holz legen, Kohlepapier dazwischen, Umrisse mit Bleistift nachfahren. Die Linien erscheinen direkt auf dem Holz. Klassisch, funktioniert immer.
Direkt abzeichnen: Bei einfachen Formen kann dein Kind auch selbst zeichnen. Kreis, Herz, einfache Tiere – das schult zusätzlich Auge und Hand.
Der eigentliche Sägevorgang
Sägeblatt einspannen mit den Zähnen nach unten. Klangprobe machen: heller Ton = richtig gespannt.
Sägeunterlage aufbauen: Sägeschwalbe mit V-Ausschnitt mit Schraubzwinge am Tisch fixieren.
Werkstück auflegen: Die Sägelinie liegt über dem V-Schlitz. Werkstück mit der zweiten Hand festhalten.
Ruhig und gleichmäßig sägen: Auf und ab, wenig Druck. Das Sägeblatt macht die Arbeit, nicht die Kraft. Der Rhythmus ist wichtiger als die Geschwindigkeit.
Kurven sägen: Auf der Stelle weitersägen und das Werkstück drehen. Nie die Säge selbst verdrehen – das bricht das Blatt.
Innenausschnitte: Loch mit dem Handbohrer vorbohren (nicht zu dicht am Rand), Sägeblatt oben aus dem Bügel lösen, durchs Loch fädeln, wieder einspannen, von innen aussägen.
Kanten glätten: Nach dem Aussägen alle Kanten mit Schleifpapier bearbeiten – erst mittel, dann fein.
Bemalen oder ölen: Mit wasserbasierten Farben, spielzeugtauglichen Lasuren oder Naturöl. Vor dem Aufhängen gut trocknen lassen.
Die häufigsten Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Diese Fehler passieren jedem Anfänger. Die gute Nachricht: alle sind vermeidbar.
Fehler
Ursache
Lösung
Sägeblatt bricht
Zu viel Druck, falsche Spannung, Säge verdreht
Locker führen, Klangprobe, Werkstück drehen statt Säge
Kanten reißen aus
Blatt zu grob, Holz zu weich, zu dünn
Feineres Blatt, Rundzahn-Blatt, Birke statt Pappel
Motiv wird uneben
Zu schnell, Werkstück nicht fest, Stillstand im Schnitt
Gleichmäßig sägen, festhalten, in Bewegung bleiben
Frust beim Kind
Zu komplexe Vorlage, zu langes Projekt
Einfache Form, Etappen einbauen, frühes Erfolgserlebnis
Der wichtigste Satz für dich als Erwachsener: Das erste Werkstück muss nicht perfekt werden. Es muss fertig werden.
Laubsägevorlagen – wo du sie kostenlos bekommst
Der schönste Sägebogen nützt nichts ohne eine passende Vorlage. Die Auswahl im Netz ist riesig, die Qualität sehr unterschiedlich. Diese Kriterien helfen dir, gute Vorlagen zu erkennen:
Maße und Faltlinien sind angegeben.
Anleitung liegt bei oder ist verlinkt.
Schwierigkeitsgrad ist genannt.
Klare, sägeblattbreite Linien – keine dünnen Fadenlinien, denen das Sägeblatt nicht folgen kann.
Kostenlose Vorlagen findest du bei mehreren Portalen. Ganz am Ende unseres Artikels haben wir dir ein paar Projekte zum Download zusammen gestellt - so musst du gar nicht lange suchen.
Kostenpflichtige Vorlagenhefte lohnen sich, wenn du mehrere Projekte über das Jahr planst. Der Traditionshersteller Pebaro bietet klassische Vorlagenhefte auf Birkenholz für rund 5 bis 13 Euro an. Für ältere Kinder oder ambitionierte Familien sind Vorlagenbücher aus Verlagen wie TOPP eine gute Investition.
Und ihr könnt eigene Motive erstellen. Ein Foto, ein Ausmalbild, eine Tier-Silhouette aus dem Netz – vergrößert, auf Papier gedruckt und aufgeklebt, wird jedes klare Umrissbild zur Vorlage. Für den Einstieg gilt aber: einfache Konturen ohne viele Innenausschnitte. Ein Stern mit fünf Zacken ist ein perfekter Erstversuch – ein Schneeflocken-Ornament mit zwanzig Ausschnitten frustriert.
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Saisonale Vorlagen für Weihnachten, Ostern und Herbst
Die stärksten Anlässe für Laubsägearbeiten sind die Feste des Jahres. Für jeden gibt es Klassiker:
Weihnachten: Sterne, Rentiere, Tannenbäume, Baumschmuck, kleiner Schwibbogen, Adventskalender aus 24 kleinen Motiven, Krippenfiguren.
Ostern und Frühling: Hasen als Anhänger oder Hampelmann, Eier, Küken, Blumen, Schmetterlinge.
Herbst: Blätter in verschiedenen Formen, Igel, Kürbisse für die Fensterdekoration.
Ganzjährig: Namensschilder, Puzzle, Anhänger, Nachtlicht-Figuren.
Das Schöne an der saisonalen Struktur: Ihr habt jedes Jahr einen neuen Anlass, gemeinsam an den Tisch zu sitzen. Und die Werkstücke aus dem Vorjahr hängen längst am Baum oder am Fenster.
So läuft eine Laubsägearbeit mit Kindern konkret ab
Ein Laubsägeprojekt braucht Zeit, Ruhe und eine gute Vorbereitung. Diese Struktur hat sich bewährt.
Alter: ab 5 Jahren mit Aufsicht | Zeit: 1 bis 2 Stunden für einen einfachen Anhänger, gerne verteilt auf zwei Nachmittage | Werkzeug: Sägebogen, Sägeblätter, Sperrholz, Sägeunterlage, Schleifpapier, Farbe
Die Rollenverteilung im Einstieg: Der Erwachsene übernimmt das Einspannen des Sägeblatts, die Klangprobe und die Sicherheits-Einweisung. Das Kind sägt, hält fest, schleift, bemalt.
Die drei Phasen fließen ineinander:
Vorbereitung – Vorlage übertragen, Sägeblatt einspannen, Werkstück auflegen. 10 bis 15 Minuten.
Sägen – der Hauptteil. 30 bis 60 Minuten je nach Motiv und Konzentration.
Bemalen – der emotionale Höhepunkt. 20 bis 40 Minuten. Am besten am nächsten Tag, damit die Konzentration frisch ist.
Wichtig: Teile das Projekt lieber auf zwei Nachmittage als es zu erzwingen. Konzentration bei Kindern ist begrenzt, Stolz aufs Selbstgemachte hält länger als eine einzelne Sitzung.
Und wenn dein Kind zwischendurch fluchen, seufzen oder aufgeben will: das gehört dazu. Ein Werkstück, das ohne Widerstand entsteht, ist keins.
Progression – vom ersten Schnitt bis zum eigenen Weihnachtsstern
Nicht jedes Kind steigt mit dem gleichen Motiv ein. Diese Progression funktioniert für die meisten:
Gerade Linien auf Reststücken. Ein Streifen Sperrholz, eine Bleistiftlinie, einfach nachsägen. Klingt banal, ist aber das beste Gefühl-Training.
Einfache Formen wie Kreis und Herz. Erste geschlossene Konturen, erste Kurven.
Erste Vorlage als Anhänger. Stern, Herz, Osterhase. Klare Kontur, wenig Details, ein Loch für die Aufhängung.
Anspruchsvoller: Buchstaben, Namen, Innenausschnitte. Jetzt kommt der Handbohrer ins Spiel, die Innenformen fordern Präzision.
Fortgeschritten: mehrteilige Modelle. Kleines Auto, Vogelhaus, Puzzle. Mehrere Sperrholzteile werden zusammengesetzt.
Diese Reihenfolge ist keine feste Vorgabe. Wenn dein Kind unbedingt sofort ein Rentier sägen will, kann das genauso gut funktionieren. Aber wer merkt, dass die Motivation kippt, hat mit dem stufenweisen Aufbau die bessere Chance auf ein Erfolgserlebnis.
Zehn Projektideen für Laubsägearbeiten mit Kindern
Wenn dir die Ideen ausgehen, hier zehn Projekte, die in Kita, Grundschule und zu Hause funktionieren:
Weihnachtsschmuck – Sterne, Engel, Tannenbäume aus 4 mm Sperrholz.
Kleiner Schwibbogen – das Familienprojekt für den ersten Advent.
Osterhase als Hampelmann – mit beweglichen Armen und Beinen.
Namensschild fürs Kinderzimmer – Buchstaben aus einer Sperrholzplatte gesägt.
Holzpuzzle – aus einer bemalten Sperrholzplatte, in Teile zerlegt.
Vogelanhänger für den Garten – dünnes Sperrholz, wasserfest lackiert.
Fensterbilder für den Herbst – Blätter, Igel, Kürbisse.
Kantenhocker für die Fensterbank – kleine Tierfiguren, die auf einem Bein stehen.
Adventskalender – 24 kleine Motive, an eine Schnur gehängt.
Krippenfiguren – für Ambitionierte, verteilt auf mehrere Wochenenden.
Für jedes dieser Projekte gilt: Vorlage vorher aussuchen, Material vorher besorgen, Zeit vorher blockieren. Improvisieren funktioniert beim Laubsägen selten.
Laubsägen in Kita, Grundschule und Werkunterricht
Wer nicht als Elternteil, sondern als Erzieherin oder Lehrkraft mit Kindern sägt, arbeitet mit anderen Rahmenbedingungen. Aber die Grundprinzipien bleiben.
Die Handlaubsäge ist in Kita und Grundschule bis heute die erste Wahl, weil sie sicher zu handhaben ist, keine Elektrizität braucht und die Feinmotorik gezielt fördert. Für den Werkraum brauchst du eine Grundausstattung an Sägeschwalben, ausreichend Ersatzblättern und guter Beleuchtung. Ein Klassensatz Sperrholz lässt sich beim Bastelfachhandel oder Baumarkt günstig einkaufen.
Die Gruppenorganisation entscheidet, ob eine Werkstunde funktioniert. Kleine Teams von zwei bis drei Kindern an einem Tisch, klare Aufgaben, Rotation zwischen Sägen, Schleifen und Bemalen. So arbeiten alle konzentriert, und niemand wartet.
Die rechtlichen Grundlagen für den Werkunterricht regelt die DGUV in mehreren Publikationen, allen voran der Information 202-075 „Sicheres Sägen" und der 202-071 „Werkraum – Ordnung und Sicherheit". Beide sind kostenlos online abrufbar. Ergänzend liefert die 202-040 „Holz – Ein Handbuch für Lehrkräfte" viel praktisches Material speziell für Grundschule und Werkunterricht.
Häufige Fragen zu Laubsägearbeiten mit Kindern
Ab welchem Alter können Kinder mit einer Laubsäge arbeiten?
Ab etwa 5 Jahren unter Aufsicht mit dünnem Sperrholz und einer Kinderlaubsäge. Ab 8 Jahren gelingen auch Innenausschnitte und feinere Motive. Motorik und Konzentration sind wichtiger als das genaue Alter.
Welche Laubsäge ist die richtige für Kinder?
Ein Sägebogen mit ergonomischem Holzgriff und stabiler Blattfixierung. Der Bügel sollte nicht zu weit ausladen, damit die Säge gut zu führen ist. Sägeblätter der Größe 3 bis 5 sind für den Einstieg ideal.
Welches Holz eignet sich für Laubsägearbeiten?
Sperrholz aus Pappel oder Linde in 4 bis 6 Millimetern Stärke. Birkensperrholz für sauberere Kanten, verlangt aber mehr Kraft. Astfreie Platten wählen, damit das Sägeblatt nicht abweicht.
Wo bekomme ich kostenlose Laubsägevorlagen?
Kostenlose PDF-Vorlagen findest du bei Portalen wie laubsaegevorlagen.info, kreativekiste.de und talu.de. Gute Vorlagen enthalten Maße, Faltlinien und Angaben zum Schwierigkeitsgrad. Für den Einstieg reichen einfache Konturen ohne viele Innenausschnitte.
Wie lange dauert eine Laubsägearbeit?
Ein einfacher Anhänger ist mit einem Kind in 30 bis 60 Minuten fertig. Ein Namensschild mit Innenausschnitten braucht etwa 1 bis 2 Stunden. Komplexere Modelle verteilst du besser auf zwei Nachmittage.
Warum bricht das Sägeblatt so oft?
Meist wird mit zu viel Druck gearbeitet – die Säge macht die Arbeit, nicht die Kraft. Auch falsche Spannung ist eine häufige Ursache – die Klangprobe hilft. Ersatzblätter gehören zu jeder Ausrüstung dazu.
Ein Kind, das laubsägen kann, weiß etwas, das nicht mehr verloren geht. Es weiß, wie sich ein Sägeblatt anfühlt. Wie ein Werkstück wächst. Wie es sich anfühlt, wenn aus einer Sperrholzplatte ein Stern wird, den man an den Weihnachtsbaum hängen kann.
Und du sitzt daneben.
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